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Interface: „Auch in unsicheren Zeiten nachhaltig handeln“

Mara Linn Becher im Interview: „Auch in unsicheren Zeiten nachhaltig handeln“

Schon seit einem Vierteljahrhundert hat sich Interface sehr erfolgreich dem Umwelt- und Klimaschutz, aber auch der sozialen Verantwortung verschrieben. Seit Januar unterstützt und forciert Mara Linn Becher
als Regional Sustainability Manager alle Themen rund um die Nachhaltigkeitsstrategie des Bodenbelagherstellers. Wir haben sie nach den Zielen und dem aktuellen Stand der Dinge gefragt.

Mara Linn Becher forciert als Regional Sustainability Manager alle Themen rund um die Nachhaltigkeitsstrategie des Bodenbelagherstellers.

Frau Becher, Sie haben Anfang diesen Jahres bei Interface die Position des Regional Sustainability Managers DACH übernommen. Was genau sind Ihre Aufgaben?
Mara Linn Becher: Das Thema Nachhaltigkeit hat bei Interface zahlreiche Facetten, da es sowohl im Unternehmen als auch bei unseren Produkten und in der Produktion eine übergeordnete Rolle spielt. Entsprechend haben die Aufrechterhaltung des bisher Erreichten sowie der Ausbau unserer konsequenten Nachhaltigkeitsstrategie in der DACH-Region Priorität. Um das Thema weiter voranzutreiben, kümmere ich mich auch um den Aufbau und die Entwicklung von Geschäftsbeziehungen zu NGOs, Bildungsinstituten und führenden globalen sowie regionalen Akteuren.
Wir wollen motivieren, mutig zu sein und auch in unsicheren Zeiten Nachhaltigkeit den Platz einzuräumen, den sie benötigt, um das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. Intern unterstütze ich den Vertrieb bei Projekten mit nachhaltigem Schwerpunkt. Unser Wunsch ist, dass die bewusste Wahl von Produkten und Services in entsprechenden Bauvorhaben vorangetrieben wird.


Interface hat sich sehr früh dem Thema angenommen und strebt mit „Mission Zero“ an, bis 2020 keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt mehr zu verursachen. Wie ist hier der Stand?
Mara Linn Becher: Nachhaltigkeit ist seit 25 Jahren fest mit der Unternehmensstrategie verwoben. Das hat uns im Rahmen der „Mission Zero“ beachtliche Erfolge beschert. So konnten wir seit 1996 den CO2-Fußabdruck unserer Produkte um 69 % reduzieren. Seit 2018 ist sogar jedes Interface-Produkt über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg CO2-neutral. Das gilt für Teppichfliesen, LVT und Nora Kautschuk-Bodenbeläge. Interface arbeitet im Rahmen seines „Carbon Neutral Floors“-Programm kontinuierlich daran, die CO2-Emissionen innerhalb der Wertschöpfungskette weiter zu reduzieren. Verbleibende CO2-Emissionen kompensieren wir durch den Erwerb von Zertifikaten geprüfter Projekte wie Wiederaufforstung oder die wind- und wasserbasierte Energieerzeugung.

Copyright: Interface

Und was steckt hinter dem Ziel „Climate Take Back“?
Mara Linn Becher: „Climate Take Back“ war für uns nach „Mission Zero“ der nächste logische Schritt. Damit stellt sich Interface seit 2016 der größten Herausforderung: dem Klimawandel. Die Aufgabe fußt auf vier Prinzipien: Wir nutzen nur das, was wir auch ersetzen können („Live Zero“). Kohlenstoff betrachten wir als Ressource und setzen ihn als Grundbaustein in unsere Produkte ein („Love Carbon“). Konkret heißt das: Wir nutzen für die Herstellung unserer Produkte Rohstoffe, die biobasiert oder recycelt sind und viel Kohlenstoff binden, statt ihn wieder zu emittieren. Zudem unterstützen wir durch verschiedene Projekte die Natur in ihrer Fähigkeit, sich selbst zu regenerieren („Let Nature cool“). Nicht zuletzt arbeiten wir in Netzwerken und initiieren Projekte mit positivem Einfluss auf die Gesellschaft, wie „Net-Works“ oder „NextWave“ („Lead the Industrial Re-Revolution“).
Für 2020 steht für uns im Fokus, die CO2-Emission und negative Auswirkungen unserer Produkte auf die Umwelt weiter zu reduzieren und Neuheiten zu entwickeln, die langfristig zur Umkehrung des Klimawandels beitragen. Dazu bringen wir Innovationen auf den Markt, die genau darauf einzahlen.

 

Seit August 2018 ist Nora Systems Teil der Unternehmensgruppe. Inwieweit wurden die Interface-Ziele auf Nora übertragen?
Mara Linn Becher: Umweltverträglichkeit und Wohngesundheit sind auch für Nora schon seit 25 Jahren wichtige Ziele. Seit 1996 ist das Unternehmen für sein Umweltmanagementsystem zertifiziert, beide Produktlinien haben das „Cradle to Cradle“-Zertifikat und Nora bezieht seit 2018 seinen kompletten Strombedarf aus erneuerbaren Quellen. Im vergangenen Jahr wurden zudem einige Projekte in der Produktion initiiert, um den CO2-Fußabdruck weiter zu reduzieren. Die Kautschuk-Bodenbeläge sind frei von PVC und wurden als erste elastische Bodenbeläge mit dem Blauen Engel ausgezeichnet. Damit besitzt Nora beste Voraussetzungen, um das Nachhaltigkeits-Engagement mit Interface weiter voranzubringen – hier wurden bereits Synergien geschaffen. So sind die Kautschukböden Teil des „Carbon Neutral Floor“-Programms von Interface. Seit März können Kunden einen objektspezifischen Nachweis über den Einsatz von CO2-neutralen Kautschuk-Belägen erhalten. Denn gerade im Objektbereich ist das Bewusstsein für die Folgen des Klimawandels gestiegen und es werden entsprechende Produkte nachgefragt. Nachhaltigkeit wird hier immer mehr zum zentralen Thema.

Nora Systems: Cultuurhuis de Warande Turnhout. Copyright: Bart Gosselin

Nachhaltigkeit bedeutet aber auch soziale Verantwortung. Wie setzt sich Interface diesbezüglich ein?
Mara Linn Becher: Eine der für uns bedeutsamsten Initiativen ist „Net-Works“: Gemeinsam mit der Zoological Society of London und Aquafil als Partner dieses Projekts bieten wir in einigen der ärmsten Regionen die Möglichkeit, ausrangierte Fischernetze zu sammeln und zu verkaufen. Aquafil recycelt die Netze und verarbeitet sie zu Garn für unsere Teppichfliesen.
„Net-Works“ arbeitet daran, an jedem Sammelort eine sozioökonomische Infrastruktur aufzubauen. Ziel ist, ein integratives Geschäftsmodell zu entwickeln: Mit den sogenannten Geisternetzen erschließen wir eine neue Quelle und Grundlage für recyceltes Material. Und helfen dabei, eines der wichtigsten Ökosysteme, den Ozean, wiederherzustellen und Menschen aus den ärmsten Küstenregionen ein Einkommen zu ermöglichen.
Zudem sind wir Gründungsmitglied von „NextWave“, einem Zusammenschluss multinationaler Technologie- und Verbrauchermarken, die gemeinsam daran arbeiten, Kunststoffabfall in den Ozeanen zu verhindern bzw. aus den Meeren zu fischen und wiederzuverwenden. Im besten Fall soll dieser schon vorher in einen neuen Herstellungsprozess integriert werden.
Darüber hinaus ist Interface Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) und Mitglied beim Verband für nachhaltiges Wirtschaften Öbu, des B.A.U.M. Netzwerkes und engagiert sich bei der Allianz für Entwicklung und Klima. Und: Wir sind Unterzeichner des UN Global Compacts. Damit erkennen wir die zehn Prinzipien für verantwortungsvolle Unternehmensführung an und fördern die Sustainable Development Goals der vereinten Nationen.

 

Die Fragen stellte Brit Dieckvoss

Alte Fischernetze für recyceltes Garn, das dann in Teppichfliesen eingesetzt wird: „Net-Works“ ist eine Kooperation von Interface, der Umweltschutzorganisation Zoological Society of London (ZSL) und dem Garnlieferanten Aquafil.

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Interface Inc. ist weltweit führend in der Herstellung textiler modularer und elastischer Bodenbeläge, wie LVT und Nora Kautschuk-Bodenbeläge. Unser modulares System unterstützt Kunden bei der Gestaltung ihrer Innenräume und wirkt doppelt positiv: auf die Nutzer der Räume und auf unseren Planeten.

Unsere Mission Climate Take Back™ lädt die Branche dazu ein, sich uns anzuschließen und fördert ein gemeinsames Bekenntnis dazu, unsere Geschäfte so zu führen, dass es dem Planeten gerecht wird und ein lebenswertes Klima schafft.